Mrz 09

​Das Nervensystem ist für die Wahrnehmung von Reizen, deren Verarbeitung und den entsprechenden Reaktionen verantwortlich. Es erstreckt sich durch den gesamten Körper und ist schließlich verantwortlich für die motorischen Abläufe der Bewegungen.

Zwei wesentliche Unterteilungen fügen das Nervensystem zusammen: das Zentralnervensystem (ZNS) und das periphere Nervensystem (PNS).
Das ZNS bildet das Gehirn und das Rückenmark, das PNS erstreckt sich in allen anderen Körperbereichen (Organe, Gliedmaßen, auch Haut).

Nervensystem, wie funktioniert das?

Die meisten Vorgänge erfolgen über das zentrale Nervensystem, somit löst es erforderliche Reflexe im Millisekundentakt durch Reize aus. Der gesamte körperliche Organismus unterliegt diesen Reizen völlig autonom, somit halten diese die Funktionen aufrecht.

Diese Reize sind der Informationsaustausch, der durch das ZNS gesteuert und an das PNS weitergegeben wird.

Was ist ein vegetatives Nervensystem?

Autonom bedeutet selbstständig und steht für vegetatives Nervensystem. Eine weitere Unterteilung ist das willkürliche Nervensystem. Es ist der bewussten Beeinflussung ausgesetzt und somit dem Willen unterworfen (bewusste Bewegungen)​. ​
Dem vegetativen Nervensystem ist diese direkte Kontrolle weitestgehend entzogen, da es die Aufgabe hat, innere Organe wie Herzschlag, Atmung und Verdauung zu steuern.

Nervensystem

Des Weiteren ist das vegetatives Nervensystem in einen sympathischen, sowie in einen parasympathischen Bereich unterteilt.  Beide Bereiche (der Sympathikus und der Parasympathikus) stehen gegensätzlich zueinander.

Der Sympathikus ist für die Anspannung bei z. B. Stress, Angst, Gefahr verantwortlich und der Parasympathikus für das Gegenteilige: Ruhe, Entspannung, Erholung, Regeneration.

Was gehört zum Nervensystem?

Zusätzlich zum bisher Beschriebenen gehören die Nervenzellen. Eine Nervenzelle ist ein Neuron, das auf Erregungsleitung und Erregungsübertragung spezialisiert ist. Die Aufgabe besteht darin, Reize von außen (Umwelt) oder innen (Organe) an das Gehirn zu melden, also an ​das ​ZNS. Dieser Vorgang erfolgt über elektrische Impulse. Diese Impulse steuern das Gehirn. Elektrische Impulse ​bilden die Funktionsweise des Gehirns.

Eine Nervenzelle (Neuron) untergliedert sich in drei Abschnitten:
Zellkörper, Dendriten, Axon.

Nervensystem

​1 = ​Zellkörper, 2 = Dendriten, 3 = Axon

Die Signale (Reize) nimmt die Oberfläche der Dendriten auf, leiten sie an das Axon weiter und enden dann in den Endknöpfchen. Das Axon ist  an seinen Spitzen baumartig verzweigt. Die Endknöpfchen liegen sehr nahe an den Dendriten der nächsten Nervenzelle. Dieser Abstand ist der synaptische Spalt, der ​zwischen 0,000016 bis 0,00003 Millimeter breit ist. Die Reizübertragung gilt es nun zu überbrücken. Bei diesem Vorgang wandelt sich der elektrische Impuls in ein chemisches Signal um.
Das sind dann Überträgersubstanzen, also Botenstoffe; auch Neurotransmitter genannt. Es gibt bis zu 50 unterschiedliche Botenstoffe, welche als Erregungsleitung zwischen Neuronen dienen. Zu den ​Bekanntesten gehören Noradrenalin, Acetylcholin, Dopamin und Serotonin.

Dieser Überträgerstoff trägt folgende Information in sich: soll die zu informierende Nervenzelle eine Drüse oder einen Muskel aktivieren, beziehungsweise hemmen?

Acetylcholin ist ein Neurotransmitter, welcher aktivierend auf die Skelettmuskulatur einwirkt.
Noradrenalin hat die Aufgabe, die zu informierende Nervenzelle entweder zu hemmen oder zu fördern. Es wird zumeist im Sympathikus ausgeschüttet und aktiviert die Herzmuskelzellen, während es die Darm-Muskelzellen hemmt.
Der Mensch besitzt rund einhundert Milliarden Nervenzellen.

Warum muss unser Nervensystem geschützt werden?

Wenn das ​System versagt, dann ist fehlerfreies Funktionieren des Organismus nicht mehr möglich. Die Folge davon können schwerwiegende bleibende Schäden sein, die bis hin zum Totalversagen und Tod führen können.

Das Nervensystem kann durch verschiedene Ursachen geschädigt werden, wie z. B. mechanisch durch eine Verletzung (z. B. Schnittverletzung). Hierbei werden die Nervenzellen durchtrennt und ihrer Funktionsaufgabe entzogen.

Ein Bruch der Wirbelsäule kann das ZNS schädigen. Daraus kann eine Querschnittslähmung erfolgen, da es wichtige Informationen nicht mehr weiterleitet.

Vergiftungen können das Nervensystem schädigen, indem Verdorbenes gegessen oder der Körper giftigen Gasen ausgesetzt wird.

Viren können in den Organismus eindringen und das Nervensystem schädigen – folglich kann z. B. eine Kinderlähmung entstehen. Wird das Rückenmark befallen oder zerstört, erfolgt hierdurch eine Lähmung der Gliedmaßen.

Wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, wie es bei einem Schlaganfall der Fall ist (wenige Minuten reichen schon aus) sterben Nervenzellen ab. Die Funktion des ZNS ist somit enorm beeinträchtigt! Die Folge kann eine halbseitige Lähmung des Körpers sein, sowie Sprachstörungen und Sehstörungen.

Multiple Sklerose ist eine Nervenerkrankung, welche schubweise die Hirnsubstanz verändert. Die Ursache ist trotz intensiver Forschung noch nicht vollständig aufgeklärt. Die Folge daraus sind Lähmungen und Störungen in der Empfindlichkeit betroffener Körperregionen.​

Warum ist unser Nervensystem besonders empfindlich gegenüber Beschädigungen?

​Das Nervensystem hat als einzigen wirklichen Schutz das Immunsystem sowie die Muskulatur gegen massive äußere Einwirkungen. Unser Körper besteht aus diesen 100 Milliarden Nervenzellen, die ständig miteinander ​kommunizieren. Im Prinzip besteht (fast) unser gesamter Organismus aus dem Nervensystem, das somit den Gefahren unmittelbar ausgesetzt ist.

Wie kann das Nervensystem stabilisiert werden?

Durch richtige Ernährung, sowie durch Ruhephasen und durch sportliche Betätigung.
Ernährung: Mit den richtigen Stoffen lässt sich das Nerven-System ganz leicht über die Nahrungsaufnahme stabilisieren. Zu diesen Stoffen gehören die Vitamine B1, B3 und E, das Spurenelement Kupfer, die Aminosäuren Tyrosin, Phenylalanin, Tryptophan. Ruhephasen sorgen dafür, dass der Organismus sich stabilisieren kann. Dazu gehört genügend Schlaf. Menschen, die wenig schlafen sind weniger belastbarer als jene, die sich bewusst ausruhen. Das Nerven-System kann sich im Schlaf regenerieren. Sportliche Betätigung: Mit Sport (in diesem Fall kein Leistungssport, da dieser das Nervensystem belastet) wird der Organismus bewegt und mit mehr Sauerstoff versorgt. Der beste Sport hierfür ist regelmäßiges joggen

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